Kapitel 6-I, Der Zauberberg (Thomas Mann), Zusammenfassung und Leseeindrücke

Moin Leser

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oder in ganz kurzen Worten: Der Protagonist Hans Castorp fuhr seinen Vetter Joachim im Lungensanatorium Berghof in den Bergen (Davos) „besuchen“, blieb jedoch wegen eigener Krankheit länger (Monate…). Unterhielt sich während seines Aufenthaltes mit allerlei Menschen (z.B. dem italienischen Literaten und Humanisten Settembrini), verliebte sich heimlich (in Madame Chauchat), gestand seine Liebe und wurde abgewiesen. Inzwischen möchte Hans eigentlich lieber in Berghof bleiben – einer Einrichtung, die wie eine Mischung aus Wellnesshotel und Krankenhaus anmutet.)

Der Zauberberg (Thomas Mann) Kap1-3

Der Zauberberg, Zusammenfassung und Leseeindrücke, Kapitel 4 (Thomas Mann)

Der Zauberberg (Thomas Mann), Kapitel 5, Leseeindrücke und Zusammenfassung

Ich muss mich noch von meiner Enttäuschung erholen, dass das Buch nicht mit dem fünften Kapitel endet, sondern noch zwei weitere, nicht eben kurze hat. Meine Buchausgabe enthielt nur Kapitel 1 bis 5. Nun ist eine vollständige Ausgabe zu mir unterwegs. Bis dahin habe ich dank meiner Mitbewohnerin ein pdf des Romans zur Überbrückung.

Kapitel 6 beginnt mit dem Abschnitt „Veränderungen“ (in diesem Buch werden die Kapitel unfassbar lang und so schummelt Thomas Mann, indem er Abschnitte nutzt, die die Länge von normalen Kapiteln haben. Jeder Abschnitt ist ein in sich schlüssiger und thematisch ausgerichteter kleiner Teil, wobei das Thema variiert).

Veränderungen

Madame Chauchat reist ab (auch wenn sie wohl in einigen Monaten wird zurückkehren müssen, da sie nicht geheilt ist). Hans behält das Röntgenbild von ihr, das sie ihm als Andenken gegeben hat, in der Tasche, betrachtet es dann und wann und küsst es auch. Es wird eine Krankheitsabschätzung an der Zahl der Bazillen (ermittelte Gaffky-Nummer (Zahl der Tuberkulose-Bakterien pro Sputum) ) vorgenommen. Ich wüsste gerne wie sie das machen. Ein gesunder Mensch ist voller Bakterien und ihnen dürfte es ja nur um die Tuberkulose verursachenden Mykobakterien gehen.
Settembrini ist eine Weile verschnupft wegen des Bruchs mit Hans an Fasching im letzten Kapitel. Aber er wiedereröffnet das Gespräch und zieht in eine Wohnung in „Dorf“ (also nah am Sanatorium), weil er als unheilbar krank eingestuft wurde. Deshalb darf er die Berge nicht verlassen – er soll in der guten Luft bleiben, sonst muss er angeblich sterben. In der Wohnung möchte er dann seiner Arbeit an der humanistischen Enzyklopädie des Leidens nachkommen. Auch Marusja reist ab und kommt zumindest angekündigter Weise zum Herbst wieder. In die ist Vetter Joachim verknallt, was aber nur indirekt deutlich gemacht und niemals direkt benannt wird. Was steht zwischen ihnen? Vermutlich in erster Linie der Rassismus gegenüber Russen, der in diesem Buch durchschlägt. Zudem vielleicht verschiedene Gesellschaftsschichten? Aber Marusja muss wohlhabend sein, sonst könnte sie sich den Berghof Aufenthalt nicht leisten.
Die Zeit verfließt.
Schneeschmelze im Frühling und es wird Juni/Juli. Es wird Mai. Hans zeigt Interesse an Botanik und redet über die Bestandteile von Blüten (Andrözeum, Fruchtknoten und Co). Krokowski hat während all dieser Zeit seine vierzehntägigen Vorträge gehalten, worin es wohldosiert um Liebe und Krankheit ging, in letzter Zeit jedoch um Liebe und Tod und er hat seinen letzten Vortrag auch über Pilze gehalten, vor allem über Morcheln. Joachim ist gereizt und übellaunig, will abreisen. Ich hoffe er macht es einfach. Dieses Sanatorium kann ihm nicht mehr helfen und er ist eher leicht krank. Zum Teil ist Joachim schlecht gelaunt, weil er Hans dabei erwischt hat, wie er in Krokowskis Seelenzergliederungszimmer ging, und das sieht Joachim als Verrat.

Noch jemand
Hans betreibt botanische Forschung, bestimmt nach Lehrbuch und legt ein Herbarium an. Er recherchiert zu Astronomie und beobachtet Sterne und Planeten und labert Joachim mit seinen Erkenntnissen zu Himmelsbewegung und den alten Cheldäern voll.
Es kommt eine aufwühlende Szene dazu. Hans und Joachim begegnen auf ihrem Spazierweg Settembrini, der mit einem Fremden diskutiert. Obwohl Settembrini es nicht will, sagen die Vettern Hallo und werden auch dem anderen Mann vorgestellt. Er heißt Naphta, ist ein Professor für alte Sprachen. Ein heftiger Dialog kommt zwischen Settembrini und Naphta ins Rollen, über Philosophie, Politik und Geschichte. Dabei fallen auch ein paar menschenverachtende Aussagen, die man so heute nicht mehr publizieren dürfte. Ich muss zugeben dass ich auch nur die Hälfte inhaltlich verstanden habe, weil ich mich mit Philosophie, Politik und Geschichte nicht gut genug auskenne. Am schlimmsten ist die Idee dass der drohende erste Weltkrieg etwas Gutes sein könnte, das die Menschen voranbringt – oder dass die Kreuzzüge den Menschen, die unter dieser Gewalt zu leiden hatten, etwas Gutes gebracht haben könnten, nämlich fortschrittlichere Ideen. Oder kurz nach dem Gespräch lässt Joachim verlauten manches von dem was Naphta gesagt hat gefällt ihm („Schiedsgerichte sind natürlich Duckmäuserei“), aber er mag den Mann nicht, weil er so unangenehm ist – ob Hans die Nase gesehen habe? Das sei doch eine Judennase. Und von so mickriger körperlicher Gestalt seien auch nur die Semiten. Hallo?! Diese Aspekte der Szene machen mich ziemlich wütend. Ansonsten stecken aber tatsächlich viele interessante Ideen im Gespräch zwischen Settembrini und Naphta und ich hätte das gerne besser verstanden. Wenigstens Hans sieht das mit Naphta anders und stellt die Grundpositionen der beiden nochmal heraus. Er beharrt darauf dass es möglich ist hier oben sowohl gesünder als auch klüger zu werden und dass sie beide deshalb die Einladung von Naphta annehmen werden.

Inzwischen ist mein neues Buch angekommen und ich habe auch zusätzlich dieses wunderbar gesprochene Hörbuch auf YouTube gefunden (bei Bookbeat und Spotify leider Fehlanzeige): https://www.youtube.com/watch?v=J8ts9g-ruBU&t=20328s . Wobei das Hörbuch gekürzt ist (manche Absätze / Sätze fehlen, oft betrifft das Beschreibungen von Ort und Mensch).

Vom Gottestaat und von übler Erlösung

Hans macht einen (von mehreren bereits geschehenen) Spaziergang zu der Bank, auf der er Nasebluten und Gedanken an seinen Jugend-Crush Pribislav Hippe hatte. Die Akelei blüht wieder und symbolisiert, dass der gleiche Zeitpunkt eingetreten ist, zu dem er auf „3 Wochen“ anreiste. Er denkt über den Besuch bei Naphta nach. Er und Joachim sind zu Naphta gegangen, wurden von einem kleinen Jungen („Dienerchen“) zu Naphta gebracht, dessen Räumlichkeiten ausgiebig beschrieben werden und die erstaunlich edel sind für das Haus. Naphta redet über das mittelalterliche Bild was er da hängen hat und dann setzen sich. Schnell kommt auch Settembrini dazu, der nur eine Treppe höher lebt. Es kommt zu einem heftigen philosophisch-politischen Gespräch zwischen Settembrini und Naphta. Es geht um Natur, Menschenwürde, Weltbilder und Staatsformen bzw. Revolutionsansätze. Die beiden sind nicht einer Meinung. Settembrini unterbricht das Gespräch und geleitet die Vettern zurück. Er warnt sie vor Naphta, da dieser potentiell schädliche Dinge sage und durch und durch ein Jesuit sei (Jesuit – Gruppierung der katholischen Kirche, 1540 gegründet). Darauf folgten noch einige weitere Besuche bei Naphta, einer sogar ohne Settembrini.

Jähzorn. Und noch etwas ganz Peinliches

Es wird August und Hans‘ Ankunftstag jährt sich. Joachim ist innerlich am Arbeiten, er will endlich abreisen und seinen Militärdienst antreten. Im August gibt es Schneegestöber, was von den Patienten mit Ekel betrachtet wird (‚Hier oben gibt es keine richtigen Jahreszeiten, nur Sommertage und Wintertage.‘ – ungenau zitiert). Joachim beschließt seine Entlassung durchzusetzen, worüber Hans sehr erschrickt („Ist es möglich, daß er mich allein hier oben lässt, – mich, der ich doch nur gekommen bin, ihn zu besuchen?! um hinzuzufügen: das wäre doch toll und schrecklich, […]“S.626).
Zwei junge Patienten werden dabei erwischt wie sie miteinander schlafen und deshalb des Hauses verwiesen. Hofrat Behrens redet darüber während er Joachim abhorcht – er sei kein „Hüttchenbesitzer“, sondern Arzt, nur Arzt. Schließlich kann sich Joachim Gehör verschaffen, er wolle abreisen, obwohl Behrens ihm noch ein halbes Jahr verschreiben wollte (Joachim ist schon über andertalb Jahre da). So wird Joachim Ziemßen in 8 Tagen mit halber ärztlicher Einwilligung abreisen. Behrens fragt ob Hans dann auch abreisen will – Hans meint er mache es von seinem medizinischen Urteil abhängig – Behrens stellt fest Hans sei gesund und könne abreisen. Hans ist verwirrt und erschrocken und will nicht abreisen. Behrens meint die Lungenstellen sind weg und das Fieber scheint ihm nichts damit zu tun zu haben und Hans sei gesund. Hans meint dass ist im Moment vielleicht nicht Behrens voller Ernst und dann rastet der Arzt aus von wegen für wen Hans ihn denn halte?! Er sei Arzt und nur Arzt! Empört stürmt Behrens aus dem Raum. Hans und Joachim ziehen sich an und gehen. Hans denkt bei der Liegekur darüber nach und kommt zu dem Schluss, dass er unmöglich abreisen könne – er sei ja nicht ganz ausgeheilt, habe 37,8 Fieber und fühle sich nicht so, dass man ihn als gesund entlassen könne. Also vereinbart er mit Behrens ein neues Vieraugengespräch und der Arzt ist völlig einsichtig. Ja, es sei vernünftig noch zu bleiben, Behrens habe ja schon bei Hans‘ Ankunft gesehen, dass Hans mehr Talent zum Patienten habe als sein Vetter Joachim. Joachims Tag der Abreise kommt. Hans bringt ihn zum Zug. Zum ersten mal spricht Joachim ihn mit Vornamen an, von wegen „Hans […] komm bald nach.“ und Hans geht allein zurück ins Berghof.

Abgewiesener Angriff

Hans sitzt jetzt an einem anderen Tisch im Speisesaal (weil die Verwaltung es so wollte), nämlich auf Settembrinis ehemaligem Stuhl. Kurz wird beschrieben wie es sich mit den Tischgenossen und Hans so verhält. Der Mann, der auch auf Chauchat stand, folgt Hans unterwürfig bei Spaziergängen und trägt Hans‘ Überzieher. Er heißt Ferdinand Wehsal, alias der Mannheimer. Hans erhält ein Telegramm von Onkel James Tienappel (auch als „Onkel-Cousin“ oder „Konsul“ bezeichnet) – dieser komme in 2 Tagen zu Besuch.
Hans holt James vom Bahnhof ab und alles wird stark wiederholt, wobei Hans nun in der Joachim-Rolle steckt und James in der Hans-Rolle. Mit Abänderungen aber auch skurrilen Wiederholungen (Die Summenformel vom Desinfektionsmittel, mit dem das Zimmer vorher ausgeräuchert wurde, die beiläufige Erwähnung des Leichen-abtransportierenden Bobschlittens, die anderen Zeitbegriffe usw.). Abänderungen wären z.B. Hans kurzer Sternenhimmel Vortrag (Sternenbilder und Planeten) oder dass er James und seine Forderungen herunterzukommen nicht ernst nimmt und sogar belacht und dass Hans selbstverständlich davon ausgeht, dass James seine Ideen und Zeitbegriffe „bei uns hier oben“ schon noch ändern würde. James will eine Woche bleiben – 8 Tage oder 7, vielleicht auch nur 6 – und mit Hans‘ Arzt reden wegen Hans‘ Entlassung. Eine lange Unterhaltung, bei der James die Nase zuschwillt, er anfängt unkontrolliert ohne Grund zu lachen und zu lallen und starke Reisemüdigkeit verspürt, weshalb er „schon“ um 11 ins Bett geht. Das erinnert SEHR stark an Hans‘ Eintreffen, auch wenn das hysterische Lachen ja nie geklärt wurde. James raucht zum Einschlafen noch im Bett eine „Gute-Nacht-Zigarette“ (in diesem Buch wird wirklich viel zu viel geraucht … vielleicht war das damals (1900) so …). Hans lässt sich von nichts Irritieren während des Gesprächs sondern hat eine unheimliche Duldsamkeit und Unberührbarkeit an sich. Wie selbstverständlich geht er davon aus, dass sein Onkel sich in das Patientenleben einfügen werde.
Beim Frühstück begegnen sie dem Arzt Hofrat Behrens, der sich Tienappel gegenüber genauso verhält wie damals Hans. James habe ja gut daran getan hochzukommen, da er ja total anämisch sei. Er solle doch ein paar Wochen so leben wie sein Neffe, also wie mit leichter tuberculosis pulmonum, die übrigens immer vorhanden sei. Eijeiei, was der Arzt wieder für ein Zeug labert… Gott sei dank sind wir heute deutlich weiter in Bezug auf Tuberkulose (die Hans aller Wahrscheinlichkeit nach nicht hat). Wobei ich mich wieder frage, ob die Ärzte damals so gedacht haben, ob Behrens tatsächlich so denkt oder ob es nur um finanzielle Interessen geht – jeder (v.a. reiche) Patient bringt Geld ein, während er in Berghof ist. James und Hans machen den medizinisch verordneten Spaziergang und danach macht James seine erste Liegestunde, angeleitet von Hans (also wieder starke Wiederholung…). James witzelt darüber, bemerkt dann aber die „geschlossene Selbstgewißheit der Sittensphäre“ (S. 655) hier oben und darüber bekommt er richtig Angst. Angst um seine Geschäftsenergie, die er bereits schwinden fühlt bei dem Geist des Ortes hier oben. So will er das Gespräch mit Behrens gleich am Nachmittag machen, so lange er noch Kraft von unten hat. Denn er fühlt, dass seine Wohlerzogenheit und der Geist des Ortes einen gefährlichen Feindesbund gegen seinen Eigengeist bilden. Total interessante Stelle! Es ist ja wirklich so, dass der Ort und die Lebens- und Denkweise Hans nach und nach eingewickelt haben (gut, Hans hatte auch nicht viel dagegen zu bleiben, da er ja eh nie gerne gearbeitet hat).
James Tienappel hat eine Unterredung mit Behrens, die gegen James Willen in eine ärztliche Richtung gegangen ist. Zudem spürt er die ersten Eingewöhnungssymptome und findet zu viel Geschmack an einer Patientin (von deren Brüsten er ganz begeistert ist). Um dieser Entwicklung zu entgehen ergreift er von einem Tag auf den anderen ohne Abschied die Flucht und nimmt Hans nicht mit.

Operationes spirituales

Die Vergangenheit von Leo Naphta. Er ist das Kind einer jüdischen Familie. Sein Vater wurde gelyncht, die schwindsüchtige (Schwindsucht ist ein altes Wort für Tuberkulose) Mutter floh mit ihren Kindern. Naphta wurde der Privatschüler des Rabbis, geriet aber in heftigen geisteswissenschaftlichen Konflikt und wurde verstoßen. Seine Mutter starb. Er traf als Sechzehnjähriger den Jesuiten Pater Unterpertinger zufällig auf einer Bank. Naphta war in einer Art Jesuiten-Kloster mit großer Begeisterung dabei. Danach begann er ein Theologiestudium, erkrankte jedoch schwer – die Krankheit, die ihm von Geburt an von seiner Mutter mitgegeben war, brach in dem Klima und der geistigen Herausforderung aus (?? klingt für mich wieder nach großem Nonsense, aber naja…). Er musste zurück in das klosterartige Dings, war immer noch lange krank und wurde schließlich ins Gebirge verlegt, wo auch Berghof ist. Vermutlich kann er Davos nie wieder verlassen.

Die Rückblende endet in einem Spaziergang mit Hans, Naphta, Settembrini, Wehsal und Anton Karlowitsch Ferge (der mit dem Pleurachoc). Es geht um das Ansehen der Krankheit, Körper vs Geist (und in diesem Zusammenhang darum ob körperliche Züchtigung nicht etwas Gutes sei, damit der Geist gestärkt wird… Dieser Auffassung sind Naphta und Hans), und Bestattung (Feuer- oder Erdbestattung. Scheint eine Sache der Weltanschauung zu sein. Settembrini ist für die Feuerbestattung, weil das so modern und hygienisch und daher dem Menschen angemessener ist. Naphta ist für Erdbestattung, weil er es gut und gottgewollt findet, dass der Leichnam verwest.). Die philosophische Diskussion geht weiter, wobei sie nicht von rein hypothetischer Natur ist, sondern die Meinungen der Figuren Settembrini und Naphta widerspiegelt. Ich kann nicht von mir behaupten diese Diskussion verstanden zu haben. Vielleicht ist sie zu schwierig für mich, vielleicht fehlt mir das Vorwissen, eine gewisse Grundbildung in der Richtung. Vielleicht konzentriere ich mich nicht genug. Es ist auf jeden Fall kein sinnvolles Gespräch. Die Abstraktion bestimmter Themen kommt mir skurril vor und ich denke nicht dass man auf diesem Weg zu nützlichen Erkenntnissen kommen kann. Ich werde mal versuchen ein paar Schlagwörter zu sammeln worum es ungefähr geht: Welcher Art Erscheinung ist der Tod (normal/wünschenswert/eindeutig/vernünftig physiologisch notwendig) oder (Schrecknis/Mysterium/ Grundlage für Kunst)? Folter – gut oder schlecht (Naphta: gut / Settembrini: schlecht) und das Ergebnis rationalen Fortschrittes? Todesstrafe – unsterblich und zwingend notwendig oder falsch, weil Mörder sich bessern können und immerhin auch Verse schreiben können, also nicht „ver-tiert“ sein können. Individualismus nur als Unterordnung des All? Ohne Folter, Züchtigung und Todesstrafe würde man dem Leben seine Akzente nehmen. Die Ausübung der „tiefsten Lust“ eines Mordes muss mit dem Tode bestraft werden und der Mörder sollte freiwillig und einsichtig sich dem unterziehen (Naphta). Sind Gott und Teufel getrennt voneinander zu sehen oder Teile des selben religiösen Prinzips? Die Vornehmheit, die aristokratische Frage. Ist der Tod eine Veredelung des Menschen? Ist Krankheit höchst menschlich? Krankheit = Genie (Naphta)? Schrecklicher Determinismus der sogenannten Wissenschaft. …

Das Gespräch wird immer konfuser, die Anführungszeichen verschwinden, ebenso wie die klare Zuordnung von Redebeiträgen, bis nicht mehr ganze Redebeiträge, sondern nur noch Stichworte eingebunden sind. Hans bedenkt die große Konfusion, die anderen beiden (Ferge und Wehsal) sind schon vor einer Weile aus dem Gespräch ausgestiegen.

Man steht im Schnee vor dem Haus in dem Settembrini und Naphta leben und verabschiedet sich. Hans, Ferge und Wehsal gehen zum Berghof zurück.

IN ALLER KÜRZE

Veränderungen

Chauchat reist ab. Settembrini zieht in eine Wohnung in „Dorf“. Marusja reist ab. Die Zeit verfließt und es wird Frühling.

Noch jemand

Gespräch zwischen Settembrini und Naphta mit Hans und Joachim – politisch philosophisches Gespräch.

Vom Gottestaat und von übler Erlösung

Hans sitzt auf der Nasenbluten-Bank und erinnert sich an den Besuch bei Naphta mit Joachim wo sie einem philosophisch-politischen Streitgespräch zwischen Settembrini und Naphta lauschten.

Jähzorn. Und noch etwas ganz Peinliches

Der Vetter Joachim Ziemßen reist ab, Hans bleibt (und ist damit seit 13 Monaten in Berghof).

Abgewiesener Angriff

Onkel James Tienappel kommt zu Besuch und will dass Hans ihn nach Hause begleitet. Um nicht selbst dort oben festzuhängen reist er plötzlich und ohne Hans wieder ab.

Operationes spirituales

Naphtas Vergangenheit und ein philosophisches Gespräch über Krankheit, Geist vs. Körper und Tod (und mehr) mit Hans, Settembrini, Ferge und Wehsal. Danach kehren alle in ihre Häuser zurück.

2 Kommentare zu „Kapitel 6-I, Der Zauberberg (Thomas Mann), Zusammenfassung und Leseeindrücke

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