Kap 6-II, Der Zauberberg (Thomas Mann) Leseeindrücke und Zusammenfassung

Moin Leser

Dieser Buchabschnitt beginnt für mich mit dem Abschnitt „Schnee“.

Generell werden die Kapitel nach hinten raus immer länger. Die Kapitel sind in Abschnitte gegliedert und auch diese werden immer länger.

Was ist bisher im Buch passiert?

Ich beschreibe die Abschnitte jetzt etwas ausführlicher – im Gegensatz zur GANZ KURZEN HANDLUNGSZUSAMMENFASSUNG die du ganz unten in diesem Beitrag finden kannst.

Schnee

Hans ist schon über ein Jahr in Berghof. Es schneit Massen an Schnee. Der Abschnitt beginnt mit ausführlichen Beschreibungen dieser Wetterlage. Hans besorgt sich heimlich (also ohne ärztliches Wissen / Zustimmung) Skier (mit dem Segen und der Unterstützung Settembrinis) um in „vernünftigen Maßen“ ein bisschen Ski zu fahren – für sich allein, zum Nachdenken (bzw. „regieren“ wie er das nennt) usw.

Hans bringt sich selbst Skifahren bei und macht dann einen Ausflug, fernab der üblichen Pisten. Er sieht einen Sturm aufziehen, entscheidet sich aber aus lauter Abenteuerlust dagegen schon nach Berghof zurück zu kehren. Er will den Elementen trotz einer gewissen Furcht die Stirn bieten. So gerät er in einen schlimmen Schneesturm. Er hat allerlei (teils absurde) Gedanken, während er im wirbelnden Weiß herumirrt. Schließlich versucht er zurück zu kehren, verliert jedoch die Orientierung. Er versucht nach „Dorf“ zu kommen (die Siedlung bei Berghof) und gelangt stattdessen versehentlich an die Blockhütte, die wir aus einem viel früheren Abschnitt kennen (bei seinem Spaziergang zur Bank wo er Nasenbluten bekam und Erinnerungen an seinen Crush Hippe). Die Hütte ist verschlossen und so wartet Hans auf der Rückseite der Hütte ab, wo es ein bisschen Schutz gibt. Seine Gedanken werden immer wirrer und schließlich gerät er in einen a) sehr lebhaften Traum oder b) in eine Halluzination (ich bin mir nicht sicher wie man das bewerten soll). Er sieht dabei zunächst gesunde, frohe, fromme Menschen, die mich persönlich an geschönte Landschaften auf Ölgemälden erinnern wo hier und da ein paar schöne und vergnügte Menschen abgebildet sind. Dann jedoch geht er (geleitet durch einen „verfinsterten Blick“ eines der Menschen) in einen Tempel und immer weiter hinein. Hinter einer Metalltür sieht er Hexen (alte, halbnackte Frauen mit Hängebrüsten und zotteligen Haaren, die Babys auseinanderreißen und essen) – ein Blutmahl, wie er es anschließend selbst nennt. Hans kommt wieder zu Sinnen und denkt für seine bisherigen Verhältnisse sehr erwachsen und distanziert über Settembrini und Naphta nach, als zwei Pädagogen, die sich um ihn streiten und die ihn beide nicht überzeugen können. Er macht sich eigene Gedanken zu Kernthemen, die bisher diskutiert wurden, während er da im Schnee an der Rückseite der Blockhütte liegt.

Schließlich kommt er zu Gedanken über den Tod und das nicht die Vernunft ihm die Herrschaft über die Gedanken nehmen kann, sondern nur die Liebe. Der Tod sei Lust, nicht Liebe. Dieser Gedanke gibt ihm genug Kraft wieder aufzustehen. Die Sonne ist bereits untergegangen und der Schneesturm vorbei – laut Hans‘ Uhr ist er nur 15 min herumgeirrt und hat nur 10 min hinter der Hütte gelegen. Drum ist er auch nicht erfroren und nichts ist ihm abgefroren – was er als großes Glück begreift und wohlmeinende Haltung des Lebens zu ihm, dem Sorgenkind. Schließlich steht er wieder auf (der Sturm ist vorbei), fährt auf Skiern zu Settembrini zurück. Settembrini tadelt seinen Leichtsinn und macht ihm Kaffee. Hans nickt weg und ist eine Stunde später in Berghof zum Diner, wo er mit großem Appetit isst und seine eigenen Gedanken aus dem Schneesturm schon kaum mehr erinnert oder begreift.

Als Soldat und brav

Joachim ist im Flachland erkrankt und muss zurückkehren, wie Hans aus Briefen / Postkarten erfährt. Eines Tages ist Joachim einfach da (einer der ersten Augusttage – also Hans zweites vollendetes Jahr? – die Zeit geht jetzt arg durcheinander und ist schwer zuzuordnen. Was sicherlich Absicht ist und den Zeitverlauf darstellen soll. Es passiert viel und zugleich nichts, die Zeit verfliegt.). Er ist mit seiner Mutter angereist, war insgesamt ein Dreiviertel Jahr fort und wurde beim Militär in der Zwischenzeit zum Leutnant. Nun ist er wieder in Berghof.

Sie gehen mit Joachims Mutter ins Restaurant. Joachim ist erst aufgedreht fröhlich und nach leisem Tadel seiner Mutter zu Tode betrübt / den Tränen nah, was sie dadurch dann auch ist. Hans erzählt dass Marusja da sei und viel und herzlich lache, aber das scheint Joachim nicht wirklich aufzuheitern (vor der ‚halbwilden Abreise‘ war offenkundig, dass Joachim sich gegen seinen Willen in Marusja verliebt hatte, was er immer zu verdrängen und überspielen versuchte). Joachims Mutter erzählt dass sie Grüße von Madame Chauchat ausrichten sollen, die sie zufällig auf der Reise getroffen haben. Sie sei gerade in einem Kurort im Allgäu, bräche demnächst nach Spanien auf und komme wohl im Winter wieder nach Berghof. Hans faselt dann philosophisch angehauchten Nonsense (Tod und Überformung wenn der Osten nach Spanien geht) und die Tante ist schockiert über das Gefasel. Die Tafel wird aufgehoben mit ‚höflicher Vertuschung‘.

Nach insgesamt 8 Tagen reist Joachims Mutter wieder ab. Joachim soll eine „kleine Nachkur“ bekommen (eine Bezeichnung von denen da unten, die man mal so stehen lässt) – Behrens verordnet erstmal 4 Wochen Bettruhe und im Oktober sieht man dann weiter.

Hans hat eine Unterredung mit Naphta. Dieser erzählt ihm, dass Settembrini zu den Freimaurern gehört und erzählt zudem viel über die Vergangenheit der Freimaurer (komische mittelalterliche Rituale) – so seien sie aber nicht mehr, jetzt seien sie vernunftgesteuert, humanistisch usw.

Es macht mir wirklich keinen Spaß das zu lesen – zum Einen interessiert mich das Thema nicht besonders, zum anderen wird dabei immer irgendein komisches Zeug mit eingeflochten – z.B. dass Luther von seinem Aussehen, das aus gemalten Bildern heraus geschlossen wird, ja auch asiatische Vorfahren gehabt haben müsse und was das dann für Auswirkungen hätte… (ich bin mir nicht mehr sicher ob das von Naphta oder Settembrini kam) – wobei asiatisch immer als etwas Schlechtes bewertet wird. Das kommt mir so rassistisch vor – als ob die Abstammung (asiatisch, östlich, westlich…) irgendetwas mit dem Charakter eines Individuums zu tun hätte (von Sozialisation mal abgesehen, aber darum geht es bei diesen Einsprengseln auch nicht). Bah. Ich kann Naphta und Settembrini beide nicht mehr ausstehen und ich mag es nicht was sie insgesamt so von sich geben.

Es folgt ein Bericht über ein Gespräch mit Settembrini, das sich wie das mit Naphta vor der Ankunft Joachims abgespielt hat. Wieder geht es viel um Freimaurerei.

Zurück zu dem Zeitpunkt zu dem Joachim bereits angekommen ist (in diesem Abschnitt wird auch nicht-linear erzählt, wie man merkt) – Hans denkt darüber nach dass ein neuer Ausdruck in Joachims Augen gekommen ist – etwas Drohendes. Ein gemeinsames Gespräch mit Naphta und Settembrini bei allerlei unterschiedlichen und charakteristischen Erfrischungsgetränken – über Literatur und ihre Bedeutung für die Menschheit (Erziehung, Geist, Politik). Naphta meint dass Literatur und Lesen lernen für Politik und Geist nicht nötig ist (Bsp. u. a. der „bedeutenste“ Dichter des Mittelalters Wolfram von Eschenbach, der Analphabet war). Settembrini ist gegensätzlicher Meinung – Literatur sei für den Menschen, seinen Geist, seine Erziehung usw. absolut notwendig.

Joachim meint er habe Erkältungsfieber und Hans und er gehen weg und nun erfährt man dass auch Ferge und Wehsal bei dem Rededuell mit Erfrischungsgetränken anwesend sind.

Die Oberin bestätigt dass Joachim erkältet ist, lässt ihm ein bisschen Medizin da. In den nächsten Tagen legen sich Joachims Halsschmerzen (solange er die Medizin der Oberin anwendet), doch die Heiserkeit bleibt. Joachims Oktobertermin vergeht sang- und klanglos. Joachim wird wohl länger bleiben müssen, bis er auskuriert ist. Behrens untersucht den Hals und meint es sei ein Reizungszustand und von nun an müssen Ätzungen vorgenommen werden. Joachim meidet öfters Hans Blick und verfällt in Schweigen. Es ist als stünde etwas zwischen den beiden, obwohl sie nach wie vor viel und höflich Zeit zusammen verbringen und miteinander reden.

Es stellt sich heraus dass Joachim totkrank ist („Larynx“ / „Laryngea“ – unklar was das heißen soll, weil das lediglich die Bezeichnung für den Kehlkopf zu sein scheint. Kehlkopfkrebs?? Pseudo-Krupp oder Echter Krupp??). Er baut immer mehr ab und wird schließlich bettlägerig. Hans schreibt einen Brief an Joachims Mutter (Luise Ziemßen) und diese kommt rasch hinauf und pflegt ihren Sohn, der bald stirbt. Das Abbauen und Sterben selbst wird auf eigentümliche Weise beschrieben – also wenn man sich vornimmt, eine entsprechende Sterbeszene zu schreiben und sich dabei keine großen Gedanken um Originalität macht, würde man etwas völlig Anderes zu Papier bringen. Hans hat ein paar kluge Gedanken über den Tod, genau wie Behrens. Als Hans über Joachims Tod weint, wird auch das Weinen eigentümlich beschrieben – eine Mischung aus normaler Romanbeschreibung und physiologischen Schlagwörtern (so denkt Hans seit seiner Fachlektüre öfters – so vermischt).

Joachims Leiche wird von Berghof / Bestattungsunternehmen zurecht gemacht. Mitpatienten verabschieden sich (Frau Stöhr, Settembrini, Naphta). Die Leiche wird für den Heimtransport in einen Metallsarg gehoben (die Leiche lächelt nun) und der Sarg wird verschraubt.

GANZ KURZE HANDLUNGSZUSAMMENFASSUNG:

Schnee

Hans gerät auf Skiern in einen Schneesturm, irrt zur Blockhütte und phantasiert dort (Blutmahl) und denkt nach (Tod, Lust, Liebe). Schließlich kehrt er zu Settembrini und danach nach Berghof zurück.

Als Soldat und brav

Joachim Ziemßen kehrt zusammen mit seiner Mutter nach Berghof zurück, die Mutter reist jedoch schnell wieder ab. Gespräch mit Naphta über Freimaurer (und dass Settembrini einer ist). Gespräch mit Settembrini. Gemeinsames Gespräch mit Joachim (der schweigend dabei sitzt), Naphta und Settebrini über Literatur und ihre Relevanz (Hans hört auch eher nur zu bei dem Rededuell) (Ferge und Wehsal haben wohl auch schweigend dabei gesessen). Joachims Hals macht Probleme und er hat einen neuen, drohenden Ausdruck in den Augen, seit er zurück ist. Joachim stirbt an einer Kehlkopfkrankheit, begleitet von der wieder angereisten Mutter und von Hans sowie von Schwester Berta. Die Leiche wird zum Heimtransport bereitgemacht.

2 Kommentare zu „Kap 6-II, Der Zauberberg (Thomas Mann) Leseeindrücke und Zusammenfassung

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