Vierundzwanzigstes Kapitel: Kampfturnier 4 – der letzte Kampf

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Vierundzwanzigstes Kapitel: Kampfturnier 4 – der letzte Kampf

Vom Kampfgeist erfüllt stürzte ich mich wieder auf Samara. Mit meiner Faust schlug ich in Richtung ihres Gesichts und mit kurzer Verzögerung rammte ich mit dem Knie in Richtung verletzte Hüfte. Sie lenkte meinen Faustschlag ab, wurde jedoch von meinem Knie getroffen. Ihr Schmerzensschrei gellte durch den Saal, während ihr Ellenbogen mich zur Revenge im Gesicht traf. Schmerz explodierte in meiner Nase und ein ekelerregendes Knirschen fuhr mir durch den Schädel.

Wir wichen beide reflexartig voneinander zurück. Meine Nase spuckte ungeahnte Mengen von Blut aus. Der metallische Geschmack drang mir beim Versuch durch den Mund zu atmen auf die Zunge und bereitete mir Übelkeit.

Um Zeit zu gewinnen, taumelte ich von meiner Gegnerin zurück und betastete dabei meine Nase, die sich nicht so anfühlte, wie sie sollte. Abgesehen von dem Schmerz, den meine eigene Berührung verursachte, war auch die Form falsch.

Die aufkommende Panik unterdrückte ich mit aller mir zur Verfügung stehenden Willenskraft. Konzentration auf den Kampf!

Samara stand nun schief, da sie nur noch das Bein an der gesunden Hüftseite belastete. Ihre Hand ruhte an der Stelle, an der mein Knie sie getroffen hatte und ihr ohnehin verkniffener Gesichtsausdruck war jetzt eine Leinwand des Schmerzes.

Ohne Vorwarnung stürzte ich mich abermals auf sie. Das war also der berühmte Mut der Verzweiflung. Sie versuchte mich mit einem Schlag ihrer freien Hand zu treffen, den ich jedoch mit meinem rechten Arm rechtzeitig beiseite lenkte. Im gleichen Schwung traf ich mit dem linken Ellenbogen ihr Schlüsselbein, während ich meinen ganzen Körper in sie hineinrammte.

Eingeschränkt in ihrer Bewegungsfreiheit und Standfestigkeit fiel sie nach hinten und ich auf sie drauf. Bei dem Aufprall knirschte es unter meinem linken Ellenbogen. Und jemand schrie.

Etwas traf meine rechte Schläfe – ihre rechte Faust – Lichter explodierten vor meinen Augen, während Schmerz durch meinen Schädel raste – doch es gelang mir meine Position zu halten. Mit meinen Beinen und meinem linken Arm fixierte ich sie am Boden, mit der rechten Hand umschloss ich ihre Kehle und drückte zu.

Samaras freie Faust schlug wieder mit aller Kraft gegen meinen Schädel, doch ich hielt das aus. Ihre Finger grapschten nach meinem Gesicht, doch ich wandte es von ihr ab und kniff die Augen schützen zu.

Zwar drückte ich ihr den Hals zu, aber nicht mit aller Kraft, denn ich hatte Angst davor sie versehentlich zu töten. Den Countdown hörte ich kaum, denn Samaras freier Arm schlug und kratzte weiterhin nach meinem Gesicht und meinem Kopf.

Wie durch ein Wunder gelangte Nelio schließlich bei null an und ich rollte mich von Samara herunter, die sich sofort auf mich stürzte und auf mich einprügelte. Sie hatte mich überrascht und nun war ich diejenige, die unten lag. Ich schrie. Am Rande meines Bewusstseins glaubte ich, dass ich so etwas sagte wie: „Hör auf! Der Kampf ist vorbei! Hör auf!“

Sie malträtierte meinen Schädel weiterhin.

Ich dachte schon, dass dies mein Tod war, doch jemand zerrte Samara von mir herunter.

Gegen mein eigenes Blut, das nun aus Platzwunden in meinem Gesicht floss, anblinzelnd glaubte ich zu sehen, dass Theresia und Liam sie von mir herunter zerrten.

Ich setzte mich auf und drehte mich gerade rechtzeitig, um auf die Matten zu Kotzen, statt auf mich selbst. Mein Schädel dröhnte. Wahrscheinlich hatte ich eine Gehirnerschütterung. Es war erniedrigend vor so vielen Augenpaaren mein Frühstück zu verteilen, aber tiefer sinken, konnte ich in deren Achtung ohnehin nicht mehr. Desorientiert und angewidert robbte ich davon. Der saure Geschmack in meinem Mund war genauso widerlich wie der Geruch.

Mit genügend Entfernung zum Erbrochenen wischte und blinzelte ich gegen das Blut an, das in meinen Augen brannte. Langsam wurde mir bewusst dass ich es tatsächlich geschafft hatte. Doch das waren bloß Worte in meinem Kopf. Es fühlte sich nicht so an. Unwirklich. Außerdem dröhnte mein Kopf, als wäre eine Teerwalze darüber gefahren.

Durch einen rötlichen Tränenschleier beobachtete ich wie Theresia und Liam des Saals verwiesen wurden. Samara ging nicht erneut auf mich los, doch ihr Blick machte klar, dass sie mir das alles nie verzeihen würde.

Nelio trat vor. Sein Gesicht, das ich zu hassen gelernt hatte, zeigte ein kühles Lächeln. „Damit ist diese Prüfung beendet. Der erste Platz und die Auszeichnung als beste Schülerin geht an Samara Winterherz-…“

„WAS?!?!“ Erst einen Moment später erkannte ich, dass dieses hysterisch gekreischte Wort von mir gekommen war. In diesem Moment war es mir aber völlig egal, ob ich mich falsch verhielt. Ich sprang auf und wäre fast sofort wieder hingefallen, weil der Raum sich um mich herum drehte. „Das kann nicht sein! Ich habe sie besiegt! Ich habe gewonnen!“

Das Lächeln in Nelios Gesicht wurde breiter. „Nein. Du bist disqualifiziert und belegst den letzten Platz.“

Wut tobte als Sturm in meinem mitgenommenen Schädel. „Das kann nicht … sein. – Das kann nicht sein!“ Ich versuchte ein logisches Argument zusammen zu zimmern. „Es gibt nur eine Regel, also kann ich nicht… Kann ich nicht…“ Ich verstummte und kämpfte gegen den Drang an erneut zu kotzen. Der letzte Kampf hatte mir wirklich zugesetzt.

Nelio grinste mich an. Seine gelben Reptilienaugen taktierten mich. „Während des Turniers gibt es nur eine Regel. Aber selbstverständlich ist es verboten, im Vorhinein Mitschülerinnen zu sabotieren, indem man Verlangsamungszauber auf sie anwendet.“

Ich verlor das Gleichgewicht und fiel unsanft zu Boden. „Nein. Nein, nein, nein! Das haben Sie vorher nicht gesagt, es wurde gesagt, es gibt nur eine Regel! Sie können nicht-…“ Ich war so fassungslos. Wenn Isabella oder Samara an meiner Stelle gewesen wären – wenn sie getan hätten, was ich getan hatte – dann wären sie hundertprozentig damit durchgekommen. Das war alles so unfair!

Mein Lehrer zischte mich an. „Dein Gewinsel langweilt mich. Die Entscheidung ist gefallen. Du bist auf dem letzten Platz und Samara gewinnt.“

Applaus brandete auf und erstickte meine Widerworte.

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