Viertes Kapitel: Die erste Schulnacht

Hier geht es zum ersten Kapitel:

https://gedankenpilze.com/?p=2309

Tipp: Finde alle Kapitel über das Schlagwort „Nora’s Halloween“ – x

Im ersten Moment der Wachheit war ich vollkommen orientierungslos, während die Albtraumbilder verblassten. Ich öffnete meine verquollenen Augen, sah eine fremde Umgebung und mir fiel alles wieder ein.

Erschrocken setzte ich mich auf und hörte nun, was mich geweckt hatte: Das Drehen eines Schlüssels in einem widerspenstigen Schloss. Die Holztür wurde aufgestoßen. Kerzenlicht floss herein, dicht gefolgt von einem lebenden Skelett mit einem Kerzenleuchter. Der Schreck fuhr mir erneut durch den Körper, bis mir einfiel, dass das Theresia sein musste und dass sie zu den „Netten“ gehörte.

„Aufstehen, Sonnenschein.“

Ja, das war Theresia. Meine Erinnerungen brachen über mich herein, aber das war alles viel zu viel, um es verarbeiten zu können. War ich ein Wechselbalg? Wie konnte das alles hier real sein? Das musste ich in den hintersten Winkel meines Bewusstseins verbannen und so tun, als sei das hier alles normal. Ganz normal.

Theresia starrte mich einen Moment aus leeren Augenhöhlen an, bevor sie sich abwandte und Anstalten machte zu gehen.

„Warte!“

Sie verharrte und blickte mich über die Schulterknochen erneut an. „Ja?“

„Hast du ein Moment Zeit?“ Ich schlang gegen die Kälte meine Arme um mich.

„Eigentlich nicht.“ Entgegen ihrer Worte trat Theresia ein und stellte ihren Kerzenleuchter neben der Waschschüssel auf dem Tischchen ab. Dann ließ sie sich auf meinem Bett nieder. Ihre leeren Augenhöhlen starrten in meine Richtung.

„Gestern Nacht …“ Ich wusste nicht, wie ich das in Worte fassen sollte, was gestern passiert war.

Theresia nickte. „Davon habe ich gehört. Man sagt, du wurdest vor den Meister persönlich geschleift.“

Ich erinnerte mich an die Schaulustigen. „Er hat mir eine Vereinbarung angeboten. Wenn ich es schaffe, innerhalb eines halben Jahres als beste Hexe abzuschließen, lässt er mich gehen.“

Theresia gab mir noch ein Moment Zeit. So, als würde sie auf eine Pointe warten. Als ich nichts mehr sagte, brach sie in so heftiges Gelächter aus, dass ihre Knochen klapperten. Es dauerte einen Moment, bis sie wieder ruhiger wurde. Sie bemerkte meinen Gesichtsausdruck. „Oh, du meinst es ernst.“

Ihre Reaktion ermutigte mich nicht gerade.

„Vermutlich weißt du nicht, dass du keine Chance hast. Die meisten Hexen werden auf ihre Schulzeit vorbereitet, seit sie laufen können. Ein Kind, das bei Menschen aufgewachsen ist und welches gestern noch felsenfest davon überzeugt war, keine Hexe zu sein, kann niemals innerhalb eines halben Jahres die Beste werden.“ Sie schüttelte den Kopf und fuhr sich mit den Fingerknochen über den Wangenknochen, als würde sie imaginäre Lachtränen wegwischen.

Ich versuchte, mich davon nicht herunter ziehen zu lassen. Themenwechsel. „Er hat gesagt, ich sei ein Wechselbalg. Also dass ich gar nicht das echte Kind meiner Eltern bin. Aber das kann nicht sein, oder? Also ich meine – das kann nicht sein.“

Sie legte den Schädel schräg. „Willst du jetzt von mir hören, dass das nicht sein kann?“

„Ähm… Ja…“

Ihr Schädel stellte sich wieder gerade. „Das kann nicht sein.“ Sie klang kein bisschen so, als würde sie das auch meinen.

Mir wurde noch kälter. „Ich muss meine Eltern anrufen. Weißt du, wo es hier ein Telefon gibt?“

Theresia klapperte mit den Zähnen und sagte in mildem Ton: „Tut mir leid. Elektrische Geräte sind im Schloss verboten. Die Lehrer behaupten, es würde den Lernfortschritt drosseln. Ich hingegen denke, sie haben einfach Angst vor Neuem. Aber so oder so – hier gibt es keine Telefone.“

Das hatte ich befürchtet. Ich war in einer abgefuckten Halloween-Variante von Hogwarts gelandet. Aber es bestätigt zu bekommen war trotzdem ein neuer Tiefschlag. Die Flamme der Hoffnung, die durch mein Gespräch in der Höhle entstanden war, erlosch jedoch nicht gänzlich. Ich bewahrte sie gut in meinem Herzen.

Theresia stand auf und griff nach ihrem Kerzenleuchter. Sie wandte sich zum Gehen.

„Warte!“ Ich zwang die nächsten Worte über meine Lippen. „Wenn ich wirklich ein Wechselbalg bin – was ist dann mit dem echten Kind passiert? Ist das… tot?“

Ein Knappes Nicken und mir wurde kotzübel. Schnell an etwas anderes denken. An etwas Praktisches. Etwas, woran man sich festhalten konnte. „Was soll ich denn jetzt machen?“

Sie starrte mich aus leeren Augenhöhlen an. „Zum Unterricht gehen.“

„Wo muss ich dafür hin?“

Theresia seufzte und kratzte mit ihrem Fingerknochen über ihren Schädel, als würde sie nachdenken. „Warte, bis ich meine Runde beendet habe. Ich zeige dir den Weg.“

Dann verließ sie meine Kammer. Auf ihrem Weg nach unten hörte ich sie gegen die anderen Türen klopfen. Ich schob meine Holztür zu.

In meinem Zimmer war es immer noch bitterkalt. Es gab keine Fensterscheibe. Keine Heizung. Wollten die Leute an diesem Ort, dass ich erfror? Ich schälte mich dennoch aus den tausend Stoffschichten und zog das dickste Kleid an, das ich finden konnte (Hosen gab es keine). Das dickste Kleid war ein unförmiges Ding aus kratzigem Stoff, das mir bis zu den Handgelenken und Knöcheln reichte.

Nach einiger Zeit kehrte Theresia zurück. Sie hatte einen Teller bei sich, auf dem sich Käsewürfel, Weintrauben und eine mit Butter beschmierte Scheibe Brot befanden. Sowie eine orange Pastete (Kürbis, wie sich später herausstellte). Den Teller reichte sie mir. „Beeil dich mit dem Frühstück, wir sind spät dran.“

Ich hatte nicht das Gefühl essen zu können. Wechselbalg. Es war, als würde das Wort mich jedes mal anspringen, wenn ich es gerade verdrängt hatte. Aber ich musste bei Kräften bleiben. Trotz meiner Übelkeit aß ich also, während Theresia mich durchs Schloss führte.

„Normalerweise frühstücken alle im Speisesaal.“

Darauf antwortete ich nicht. Stattdessen kaute ich und fragte mich, wo es hier Toiletten gab und wo ich meine Zähne putzen konnte. Aber ich fragte nicht laut danach. Es erschien mir momentan nicht wichtig genug.

Ich folgte ihr und ihrem mehrarmigen Kerzenleuchter durch die engen Flure. Je weiter wir kamen, desto mehr Leuten begegneten wir. Einige davon kamen mir bekannt vor. Hatten sie dabei zugesehen, wie der Gehörnte mich im Pentagramm die Treppe hinuntergetragen hatte? Erstaunlicherweise wirkten die meisten von ihnen auf den ersten Blick normal. Mädchen und Jungen in schlichten, schwarzen Klamotten. Nur wenige von ihnen sahen so offensichtlich nicht-menschlich aus wie Theresia, der Gehörnte oder Liam. Nur hier und da blitzte jemand auf, der eher in eine Gruselgeschichte gehörte. Wegen überzähliger Gliedmaßen, Fell oder Klauen. Oder allem zusammen.

Theresia blieb schließlich in einem weiträumigen Korridor stehen und deutete auf eine der offenen Türen. „Da drin kannst du die Schnepfen kennen lernen, die dir die nächsten dreizehn Jahre zur Hölle machen werden.“

Nervosität schoss mir bis in die Fußspitzen. „Kommst du etwa nicht mit?“

Sie schüttelte den Kopf, wobei irgendwelche Knochen knackten. „Selbst wenn ich wollte, dürfte ich nicht. Und ich will nicht.“

Der Mut, den ich vor Kurzem noch gespürt hatte, verpulverisierte sich. Mir war gar nicht bewusst gewesen, wie viel Vertrauen ich dem Skelett bereits entgegenbrachte. Theresia klopfte mir im Vorbeigehen auf die Schulter und nahm mir den Teller ab, ehe sie um eine Ecke verschwand.

Nervös schlich zur offenstehenden Tür. Der Raum dahinter verschlug mir den Atem. Er sah aus wie aus einer anderen Zeit.
An den Wänden reihten sich massive Holzregale, in denen alte Bücher und Schriftrollen lagerten. An jeder freien Stelle stand irgendein Gerät, dessen Sinn sich mir nicht erschloss. Es gab genau dreizehn Sitzplätze für Schüler – dreieckig und hörsaalartig angeordnet. Auf den meisten saß schon jemand. Ich betrat die linke Treppe, die die Reihen hinauf führte und entschied mich für den erstbesten Platz. Dabei tat mich mein Bestes, um die anderen nicht anzustarren. Waren sie alle freiwillig hier, um als Hexen ausgebildet zu werden? War eine davon meine Zwillingsschwester?

Ich saß noch nicht lange auf meinem Platz, als sich neben mir jemand aufbaute. Blinzelnd schaute ich zu dem Mädchen auf, das so hübsch aussah, als sei es einem Hollywood-Film entstiegen. Nur der angepisste Gesichtsausdruck passte nicht dazu. Sie warf ihr glänzendes, rotes Haar über die Schulter und starrte aus bösen, grünen Augen auf mich herab. „Du sitzt auf meiner Bank.“

Ähm. Irritiert sah ich mich um. Es waren noch andere Plätze frei. Falls es hier Namensschilder gab, dann nur unsichtbare.
Es war einer dieser Momente, in denen ich gerne Paroli geboten hätte. Aber ich wusste nicht wie. Mir fehlten die Worte. Also erhob ich mich und visierte einen Platz weiter hinten an. Doch ein finster dreinblickendes Mädchen mit kohleschwarzen Haaren schnappte ihn mir vor der Nase weg. Jetzt war nur noch ein Platz frei. Der dreizehnte Platz, ganz allein in der letzten Reihe. Die rothaarige Zicke beobachtete mich mit amüsiertem Glitzern Augen dabei, wie ich die Stufen bis nach ganz hinten erklomm. Ihr Blick brannte sich mir in den Rücken. Ich setzte mich gerade rechtzeitig, bevor der Lehrer den Raum betrat.

Mir schlug das Herz bis zur Kehle und ich schluckte. Scham und Wut köchelten in mir. Auf der anderen Seite – es war doch egal, ob die anderen mich mochten. Ich konzentrierte mich mit aller Macht auf den Lehrer.

Es handelte sich bei ihm um einen gebeugten Greis, der hereinschlurfte und uns aus der Mitte des Raumes heraus anblinzelte. Stille senkte sich über den Raum. Der alte Mann wartete noch einen Moment, den er dazu nutzte, uns skeptisch zu betrachten. Schließlich begann er zu sprechen: „Nun denn. Ein neues Jahr beginnt und euch wird die Ehre zuteil, unter dem Meister der Finsternis zu dienen. Ich bin euer Lehrer für Beschwörungen. Mein Name ist Menowin. Obwohl eure Eltern euch sicherlich darauf vorbereitet haben, erzähle ich euch nun, welche Grundlagen existieren und was ihr tun müsst, um vollwertige Hexen zu werden.“ Genervtes Stöhnen und Gemurmel setzte in den Reihen vor mir ein, während ich mich automatisch nach vorne lehnte. Der Lehrer ignorierte die Geräusche geflissentlich und redete weiter. „Um Magie wirken zu können, braucht ihr einen Begleiter. Es wird für den Anfang ein niederer Dämon sein. Ein Kobold zum Beispiel. Mit ihm geht ihr einen Pakt ein. Anschließend wird euer Begleiter seine Chaosenergie für Zauber bereitstellen. Eure Aufgabe ist es, die Chaosenergie zu Magie umzuformen. Das funktioniert durch Beschwörungen, die an Zeichnungen gebunden sind. Aktiviert werden gezeichnete Zauber per Gedankenbefehl. Der Zauber bleibt so lange bestehen, wie die Zeichnung intakt ist. Die Wahl des Begleiters …“

Die nächsten Worte Menowins gingen im Gelächter meiner Mitschüler unter.
Die meisten von ihnen sahen in meine Richtung und kicherten. Ich blickte an mir herab, entdeckte den Grund für ihr Gelächter jedoch nicht. Obwohl ich versuchte, es zu unterdrücken, erhitzte sich mein Gesicht. Ich betete darum, dass ich nicht rot wurde. Keine Ahnung worüber sie lachten. Es war auch egal.
Ich zwang meinen Blick zurück zum Lehrer und versuchte, ihm weiter zuzuhören. „Morgen Nacht beschwört und bindet ihr also euren Begleiter. Danach beginnt erst der schwierige Teil. Denn sobald ihr die Chaosenergie nutzen könnt, müsst ihr lernen wie das geht.“ Er hustete, was seinen Monolog kurz unterbrach.
In der Zwischenzeit glitt meine Aufmerksamkeit automatisch zurück zu den Mädchen vor mir. Die meisten hatten sich wieder von mir abgewandt. Die rothaarige Zicke befand sich im Zentrum der Aufmerksamkeit. Was sie scheinbar sehr genoss, wenn ich mir die übertriebenen Bewegungen ansah, mit denen sie ihre Haare zurückwarf. War sie diejenige gewesen, die sich über mich lustig gemacht hatte? In diesem Moment fiel mir auf, dass sie die Einzige war, die eine andere Art von Kleid trug. Alle Mädchen steckten in so einem schlichten, groben Stoff wie ich. Aber sie nicht. Ihr Kleid glänzte und war mit filigranen Mustern verziert. Es schmiegte sich um ihre schlanke Gestalt und betonte ihre üppigen Brüste. Wie konnte jemand äußerlich so hübsch sein und innerlich so grässlich?

Als der Lehrer weitersprach, holte er meine Gedanken zurück zum Wesentlichen: „In Beschwörungen geht es zum einen darum, dämonische Wesen zu rufen und festzuhalten, ohne von ihnen gefressen zu werden. Die ganz untalentierten Schüler werden wir also von alleine los.“ – Niemand lachte über diesen Witz – „Zum anderen werden wir uns damit beschäftigen, Magie dauerhaft in einen Gegenstand zu bannen. Allerdings erst später.“ Der Blick aus seinen wässrig blauen Augen glitt über unsere Reihen und er verschränkte seine knochigen Hände. „Morgen werden wir also den simpelsten Beschwörungszauber durchführen, um einen Dämon zu rufen, mit dem ihr einen Pakt schließen könnt. Das solltet wohl sogar ihr hinbekommen.“ Er seufzte und deutete auf das rothaarige Mädchen. „Isabella, wenn du die Güte besäßest, nach vorne zu kommen und zu demonstrieren, wie man einen Beschwörungskreis zeichnet.“

Sie erhob sich und stolzierte nach vorne, wobei sie ihre Hüfte wiegte. Mit einem liebenswürdigen Lächeln zwinkerte sie dem Lehrer zu. „Selbstverständlich, Meister.“
Sie holte aus einer versteckten Rocktasche etwas heraus und kniete sich auf den Boden, um einen perfekten Kreidekreis zu zeichnen. Anschließend schrieb sie fünf Symbole, deren Sinn sich mir nicht erschloss, in gleichmäßigen Abständen darum herum. Der Lehrer nickte anerkennend. An uns gewandt sagte er: „Der Kreis ist gleichmäßig, was ihn stärker macht, da die Chaosenergie sich verteilen kann und keine Verwirbelungen erzeugt werden. Außerdem gibt es keine Lücken. Einen Dämon zu beschwören ist der einzige Zauber, den ihr ausführen könnt, ohne bereits einen Pakt eingegangen zu sein.“

Isabella strahlte Stolz aus jeder Pore ihres Körpers aus.

Menowin fuhr fort: „Die Symbole stehen für die Elemente Feuer, Wasser, Luft, Erde und Chaos. Allerdings ist das Luftsymbol nicht so schön geworden.“ Er deutete mit der Schuhspitze darauf.

Isabellas Gestalt sackte automatisch ein wenig in sich zusammen. Der Tadel schien sie zu treffen.

„Dennoch ein funktionierender, simpler Beschwörungskreis. Ihr könnt euch alle eine Scheibe abschneiden.“

„Nur wenn das wörtlich gemeint ist“, grummelte das Mädchen mit den kohleschwarzen Haaren gerade so laut, dass es alle hörten. Es war das Mädchen, das mir vorhin den vorderen Platz vor der Nase weggeschnappt hatte.

Der Großteil der Schülerinnen warf ihr giftige Blicke zu. Isabella hingegen starrte immer noch auf das Luftsymbol mit einem harten Zug um den Mund.

Der Lehrer reagierte nicht auf den Kommentar. Stattdessen schaute er uns alle der Reihe nach an. „Wer ist die Nächste?“

Der Unterricht dauerte ewig – viel länger als eine normale Schulstunde. Am Ende hatte ich gefühlte hundert Beschwörungskreise gezeichnet, von denen laut Menowin keiner funktioniert hätte. „So wie ich das sehe, bist du wahrscheinlich die erste, die ihrem eigenen Zauber zum Opfer fällt.“ – Hatte er zu mir gesagt und war dann zur nächsten Schülerin weitergeschlendert.

 „Bis morgen will ich ein paar vernünftige Kreise sehen! Also übt und schont meine Nerven und meinen Fußboden. Denkt gründlich darüber nach, welcher Begleiter der richtige für euch wäre. Mir ist bewusst, dass ihr euch wahrscheinlich schon längst entschieden habt. Dennoch gibt es in der Bibliothek genügend Anregungen, die einer näheren Betrachtung lohnen. Und jetzt raus mit euch!“ Mit diesen Schlussworten wurden wir entlassen.

Meine Mitschülerinnen klopften sich den Kreidestaub von den Händen und Kleidern. Sie redeten miteinander, als würden sie sich bereits kennen. Vermutlich kannten sie sich auch bereits. Wenn ich das richtig verstanden hatte war das hier keine reine Schule, sondern das Machtzentrum der Schattenwelt.

Obwohl ich versucht hatte mich auf etwas anderes zu konzentrieren, hatte ich jede Mitschülerin heimlich gemustert. War eine davon meine Zwillingsschwester? Wenn es so war, dann waren wir zumindest nicht eineiig. Keine sah mir ähnlich. Sollte ich etwas zu jemandem sagen? Und wenn ja, was? Die Töne steckten mir in der Kehle. Keine Worte formten sich in meinem Kopf und keine auf der Zunge. Die Mädchen verließen den Raum. Ich erhob mich als letzte, als Menowin den Raum verließ.

Die Gelegenheit erschien mir günstig, um die merkwürdigen Geräte auf den Regalen und Tischchen zu betrachten. Schon beim Hereinkommen hatten sie mich neugierig gemacht und sie boten eine willkommene Ablenkung von den Fragen rund um das Wort Wechselbalg. Die meisten Geräte bestanden aus dunklem Metall, in welches Symbole geritzt waren. Ich strich über die Gravuren.

Hinter mir ertönte ein Geräusch und ich fuhr herum.

Hier geht es zum fünften Kapitel (sobald online):

https://gedankenpilze.com/?p=2351

Erhalte eine Benachrichtigung über neue Kapitel direkt in deinen Posteingang.

Ein Kommentar zu „Viertes Kapitel: Die erste Schulnacht

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s