Das Reich der 7 Höfe – Dornen und Rosen (Lesetagebuch)

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen

von Sarah J. Maas

Macht Vorfreude eine Geschichte besser? Keine Ahnung, die Rezension dazu war jedenfalls großartig! Ich schreibe darüber wie das Hörbuch so ist 😉

Zum Anfang:

Die vorlesende Stimme ist etwas unpassend. Eine rauchige Frauenstimme, die alles etwas überdramatisiert vorliest, so dass die Spannung an den falschen Stellen hoch oder niedrig ist.

Das Cover sieht so aus, als würde es sich um ein Mädchenbuch handeln, aber der Inhalt ist bislang harte Highfantasy. Die Protagonistin ist die dritte Tochter einer Familie, die ehemals adlig war, aber nun völlig verarmt ist und Feyre geht auf die Jagd, um irgendetwas Essbares zu finden.

Zumindest zur Zeit ist es Winter und es herrscht Angst unter der armen Bevölkerung vor brutalen Wesen, die Fae heißen und die Familie von Feyre liegt ständig in einem ziemlich hässlichen Streit, während alle Hunger leiden und jeweils von einer besseren Zukunft träumen, die unerreichbar ist.

Das Land der Menschen grenzt an das Land der Fae und es gibt keinen Schutz vor den Ungeheuern auf der anderen Seite, außer einem zweifelhaften Vertrag, der vor fünfhundert Jahren geschlossen wurde. Niemand bei Verstand wagt sich nah an die Mauer heran, da es immer mehr Gerüchte darüber gibt, dass riesige Monster durch die Mauer schlüpfen, die wohl die Grenze zwischen Fae- und Menschenland bildet.

Aber der Protagonistin bleibt nicht allzu viel Wahlfreiheit, da sie an den Schwur gebunden ist, die Familie zu beschützen (und zu ernähren…) und die einzige, die für irgendeine Form von Unterhalt sorgt / sorgen kann.

Eine sehr desillusionierte, junge, abgemagerte Jägerin.

Überraschend bricht ein Monster in die Hütte der kleinen Familie ein und brüllt etwas von ‚Mörder‘, was sich vermutlich auf den riesigen Wolf bezieht, den Feyre bei ihrer Jagd erjagt hatte.

Nach ca 2/3:

Es gibt einen starken Bruch und dann geht es von der Armut ins pompöse Palastleben über. Erinnert mich etwas an Selection. Obwohl das Buch eigentlich ganz anders ist.

Die Härte und Brutalität schleicht langsam aus und fast wird alles zu einem seichten Liebesroman. Trotzdem hat mir auch dieser Teil gefallen, in dem so viel Charakterentwicklung und Zwischen‘mensch‘liches vor sich geht, zusammen mit dem zarten entrollen einer fantastischen, schönen und grausamen Fantasywelt. Einige der Wesen sind neue Erschaffungen und gehören nicht den Arten an, die man schon aus so vielen anderen Fantasyromanen kennt. Trotzdem bleibt alles konsistent.

Und dann – wieder Bruch! Überraschendes geht vor sich, alles scheint vorbei… Man bekommt einen neuen Seeleneinblick in die fürchterlich kaltherzige Schwester Nesta, die erstaunliche Seiten besitzt.

Neue Spannung braut sich zusammen und eine neue Richtung scheint sich zu entwickeln – mal sehen! :3

Der Schreibstil fängt gut Eindrücke von Umgebungen ein und schenkt Gefühlen und Seelenzuständen passende Beschreibungen. Mir gefällt einiges nicht so ganz was Maßstäbe und Vorgänge betrifft, die sich in den Figuren abspielen, aber das ist wohl eher ein persönlicher Geschmack.

Die Stimme kommt mir mittlerweile doch passend vor.

Ungewöhnliches Motiv (abgesehen von der ‚Monster Romeo und Sterbliche Julia‘ / ‚Bella und Edward‘ Liebes Sache – eher diese Maskensache, der Suriel …) und ungewohnte Vorgänge in der Geschichte. Bis jetzt also gut 🙂

weiter und bis zum Ende:

Eine schöne Auflösung, die mehr als nur Fragen beantwortet, sondern alles sinnvoll zu einem komplizierten Geheimnis / Hintergrund verknüpft und die neuen Entwicklungen trägt.

Dann geht es auf in eine weitere Passage der Story. Düster, düster und sehr blutig und brutal. Dabei kommt es mir wieder ein bisschen wie eine Pen & Paper Episode vor, so vom Stil und Inhalt her…

Jedenfalls hat mir auch dieser Teil irgendwie gefallen, auch wenn er einen erschreckt. Es gibt ein schönes Versrätsel, das man als Leser leider sehr viel früher lösen kann, als die Hauptfigur, aber es ist hübsch, wirklich.

Eine weitere Figur wird richtig unter die Lupe genommen und behält dabei eine dunkle Schattenseite, die ausgespielt wird.

Das Ende macht einen etwas nachdenklich wie es nun weiter gehen soll und gibt ein interessantes Bild in einen schwierigen psychischen Prozess, der in vielen Büchern sehr unterschlagen wird…

Also insgesamt eine gute, ungewöhnlich aufgebaute und bestückte Geschichte mit einer starken Hauptfigur und großartigen Charakteren und Wesenheiten.

Die Highfae erinnern mich an eine brutale Variante von Elbenfürsten. Geht anderen das auch so?

So viel zu diesem Roman

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